Binder Grösswang

Banken im Fokus von Wirtschaft und Politik. Welchen Belastungen kann dieses System noch standhalten?

 

Am 20.01.2014 fand in der Wirtschaftskanzlei BINDER GRÖSSWANG die Talkreihe impulse zum Thema „Banken im Fokus von Wirtschaft und Politik. Welchen Belastungen kann dieses System noch standhalten?“ statt. Vor ca. 200 Gästen diskutierten in der Conference Area der Kanzlei Dr. Franz Gasselsberger, Generaldirektor der Oberbank AG, Dr. Michael Grahammer, Vorstandsvorsitzender der Vorarlberger Landes- u. Hypothekenbank AG, Mag. Andreas Ittner, Vize-Gouverneur der Österreichische Nationalbank, Dr. Walter Rothensteiner, Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG und Mag. Andreas Treichl, Vorsitzender des Vorstands, Erste Group Bank AG unter der Moderation von Michael Nikbakhsh, Leiter des Wirtschaftsressorts "Profil".

Franz Gasselsberger regte ein konstruktives Miteinander von Banken und Aufsicht bei der Umsetzung der neuen Regularien an. Er betonte auch die stabilisierende Rolle der Regionalbanken in der Krise der letzten Jahre und forderte, dass bei Regulierungen und Belastungen die Größe und das Risiko der Regionalbanken berücksichtigt werden.

Michael Grahammer zeigt zwar Verständnis dafür, dass man nach der Finanzkrise die Banken regulieren möchte. "Momentan wird bei den neuen Regularien jedoch auf Quantität statt auf Qualität gesetzt – und auf eine Pauschalverurteilung und -belastung der Institute. Dies wird mittel- bis langfristig nicht zu einer Stabilisierung der Bankenbranche beitragen, sondern die Rentabilität und damit die Substanz und Stabilität weiter untergraben. Im Übrigen ist damit auch eine weitere Verteuerung der Bankdienstleistungen unausweichlich", so Grahammer.

Andreas Ittner stellte klar: „Höhere Risikopuffer im Bankensektor sind eine Lehre der Krise – und nicht bloß eine „Modeerscheinung“! Sie sollen den Bankensektor stabiler machen und eine nachhaltige Kreditversorgung der Wirtschaft gewährleisten.“

Walter Rothensteiner meinte, dass die Flut an Regulierungsvorschriften für die Banken kaum mehr zu bewältigen sei: „Wir schicken derzeit monatlich ca. 5000 Seiten Statistiken an 15 verschiedene Aufsichtsbehörden. Es lässt sich kaum verhindern, dass irgendwo etwas übersehen wird. Die derzeitige Gesetzeslage ermöglicht es, Strafen für Dinge auszusprechen, die niemand versteht.“ Weiter sagte Rothensteiner: „In Österreich fehlt großteils das Verständnis für Finanzwirtschaft. Es besteht die Gefahr, dass die Übernahme von Risiko kriminalisiert wird.“

Andreas Treichl meinte, dass die Banken dank Basel III besser aufgestellt seien als je zuvor. Allerdings sei das Timing ein Problem, denn es habe keine fundamentalen Verbesserungen für die Wirtschaft gegeben. Unternehmer brauchen Anreize, um zu investieren. Die Banken seien aber teurer geworden und können daher derzeit keine positiven Impulse setzen. Für Treichl ist klar: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die Zeiten für Banken geändert haben und es ist richtig, dass es heute für Banken schwieriger geworden ist, Kapital zu bekommen. Aber früher war der Beruf des Bankers sehr respektiert und in keiner Industrie war es möglich, nur mittelmäßig zu sein. Die Banken sind endlich gefordert, etwas dagegen zu tun. Wenn eine Bank ineffizient ist, dann muss das Problem professionell gelöst werden.“

Unter den Gästen befanden sich u.a. Wolfgang Peschorn (Präsident der Finanzprokuratur), Norbert Marschik (Vice President UniCredit CA IB AG), Peter Hagen (Generaldirektor Vienna Insurance Group (V.I.G.), Eva Marchart (Vorsitzende des Vorstands Raiffeisen Centrobank AG), Robert Ottel (Vorstand voestalpine AG), Erich Hampel (Aufsichtsrat UniCredit Bank Austria AG), Michael Spiss (Stv. Vorsitzender des Vorstandes Raiffeisen Centrobank AG), Roger Niederer (Vorsitzender der Geschäftsführung Paylife Bank GmbH), Wolfgang Layr (Vorstand Volksbank Wien-Baden AG), Ralph Müller (Vorstand Wiener Städtische Versicherung AG), Bernhard Ramsauer (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank Österreich AG), Kurt Sumper (Vorstand Pfandbriefstelle), Josef Preissl (Vorstand Volksbank Wien-Baden AG), Angelika Sommer-Hemetsberger (Vorstand OeKB - Oesterreichische Kontrollbank AG), Rainer Eder (Vorstand AV-Holding Beteiligungs GmbH), Michael Spitzer (Vorstand Sparkasse Voitsberg-Köflach Bank AG), Günter Alland (Direktor Volksbank Baden e.Gen.), Martin Hagleitner (Vorstand Austria Email AG), Michael Martinek (Vorstandsvorsitzender Schelhammer & Schattera AG), Alfred Fadinger (Vorstand Raiffeisen Factor Bank AG), Hannes Leitgeb (Vorstandes MASTERINVEST), Johann Maurer (Vorstand Macquarie Investment Management Austria Kapitalanlage AG), Helmut M. Urban (Vorstand Kommunalkredit Austria AG), Udo Szekulics (Vorstand Adria Bank AG), Mirko Thomas Oberholzer (Managing Director Paylife Bank GmbH), Georg Hirsch (Managing Director WOLF PLASTICS GROUP), Francois-Xavier d'Aligny (Managing Director Erste Group Bank AG), Hannes Ambacher (Managing Director Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft), Harald Friedrich (Managing Director, Mitglied des Vorstands Deutsche Bank Österreich AG), Franz Niklesz (Executive Director Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Josef Scheidl (Executive Director GoodMills Group GmbH), René Emerich (Executive Director UBS Wealth Management), Peter Wendlinger (Executive Director NÖ Hypo Real Estate Finance), Christoph Kunath (Executive Direktor UBS (Luxembourg) S.A.), Martin Butollo (General Manager Commerzbank), Alexandra Ilyashova (Generalmanager Donezkstahl), Claus Fischer-See (Generalsekretär Verband der österreichischen Landes-Hypothekenbanken), Maria Geyer (Generalsekretär Verband österreichischer Banken und Bankiers), Thomas Streimelweger (CEO Red - Stars. Com Data), Patrick Prügger (Geschäftsführer B & C Holding GmbH), Johannes Kern (Geschäftsführer FIBEG Land Niederösterreich Finanz- und Beteiligungsmanagement GmbH), Michael Perthold (Geschäftsführer Coface Austria Bank AG), Thomas Steiner (Geschäftsführer Österreichische Bundesfinanzierungsagentur), Ralf Kunzmann (Geschäftsführer Austria Wirtschaftsservice), Helmut Lackner (Vorstand Österreichische Staatsdruckerei Holding AG), Andreas Gratzl (Geschäftsführer Kathrein Privatbank Aktiengesellschaft), Wolfgang Rosam (Change Communications) uvm.

Binder Grösswang wird von sämtlichen internationalen Anwaltsverzeichnissen seit Jahren als die führende österreichische Kanzlei im Bereich Bankrecht und Finanzierungen gereiht. In den letzten Jahren war Binder Grösswang an nahezu allen größeren Finanztransaktionen in Österreich beteiligt. 2013 wurde die Kanzlei von der Tageszeitung „Die Presse“ mit dem Advocatus'13 Clients' Award in den Bereichen "Banken, Finanzierung, Restrukturierung" und "Kapitalmarkt" ausgezeichnet, sowie von der Financial Times und Mergermarket als Austrian M&A Legal Advisor of the Year (European M&A Award 2013).

Die Veranstaltungsreihe BINDER GRÖSSWANG impulse widmet sich aktuellen Themen und herausragenden Persönlichkeiten und findet ca. 2 Mal jährlich in exklusivem Rahmen in den Wiener Kanzleiräumlichkeiten statt.

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