Binder Grösswang

Gratwanderung Compliance: Zwischen Anspruch und Realität


Um die 150 Gäste folgten am 11.03.2013 der Einladung der Wirtschaftskanzlei BINDER GRÖSSWANG zur Talkreihe impulse zum Thema „Gratwanderung Compliance: Zwischen Anspruch und Realität." Es diskutierten in der Conference Area der Kanzlei Dr. Beatrix Karl, Bundesministerin für Justiz, Manfred Nötzel, Leitender Oberstaatsanwalt, Staatsanwaltschaft München I, DI Dr. Georg Pölzl, Vorstandsvorsitzender, Österreichische Post AG, Mag. Thomas G. Winkler, LL.M., Mitglied des Vorstandes, Lenzing AG und Dr. Roland Steinmeyer, LL.M., WilmerHale Berlin. Die Moderation übernahm Michael Nikbakhsh, Leiter des Wirtschaftsressorts "Profil".

Beatrix Karl stellte deutlich klar: „Korruption hat in Österreich keinen Platz! Das hat die Justiz im Vorjahr auch deutlich gezeigt. Mit dem Ausbau der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, der Verschärfung des Korruptionsstrafrechts und dem neuen Lobbyistenregister hat die Justiz für mehr Transparenz und Sauberkeit in Politik und Wirtschaft gesorgt. Darauf aufbauend tragen auch die Unternehmen selbst durch strenge Compliance-Regelungen zur Korruptionsbekämpfung in unserem Land bei."

Manfred Nötzel meinte, dass ein „Compliance-System" nicht ernst genommen werden könne, wenn es am Willen zur Durchsetzung der Regelungen fehle und das System nur aus gedruckten Richtlinien und Anweisungen bestünde. „Wirklich ernstzunehmende Systeme zeichnen sich durch den „Tone from the Top" aus, die klar aufzeigen, dass die Unternehmensführung es ernst meint und einerseits gesetzmäßiges Handeln honoriert, gesetzwidriges Handeln aber auch klar sanktioniert. Diese Aufgaben gehören eindeutig in die Führungsebene."

Auch Georg Pölzl betonte: „Um eine Compliance Kultur im Unternehmen zu etablieren, ist es unerlässlich, dass Vorstand und Top Management dahinter stehen und dies auch vorleben. Darauf aufbauend hat die Österreichische Post ein konzernweites Compliance Management System (CMS) implementiert, das eine risikoorientierte Präventionsstrategie verfolgt und durch klare Regelungen Compliance in Geschäftsprozesse integriert."

Thomas Winkler sagte: "Das schärfste Instrument der Compliance ist die Bewusstseinsänderung auf breiter Front im Unternehmen. Diese findet aber nur statt, wenn es gelingt Compliance dauerhaft ganz oben auf der Agenda zu platzieren. Genau dafür treten wir bei Lenzing an."

Roland Steinmeyer meinte, dass der Vorstand eines Unternehmens die Pflicht habe, ein funktionierendes Compliance-System zu etablieren: „Zahlreiche Fälle belegen, dass eine mangelhafte Compliance-Organisation die Unternehmen und die Vorstandsmitglieder teuer zu stehen kommt. Ordnungsgemäße Compliance-Organisationen sind kostengünstiger. Compliance-Verstöße beeinträchtigen das Renommee eines Unternehmens und haben zum Teil erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft."

Unter den Gästen befanden sich u.a. DI Friedrich Stickler (Generaldirektor-Stellvertreter der Österreichische Lotterien), Arnold Schiefer (Vorstandsdirektor Rail Cargo Austria AG), Werner Fleischer (Vorstandsmitglied VERBUND Austrian Power Trading AG),  Florian Hagenauer (Vorstand Oberbank AG), Johann Maurer (Vorstand Macquarie Investment Management Austria Kapitalanlage AG), Gertraud Wöber (Generalsekretärin AGRANA Beteiligungs-AG), Alexander Martinowsky und Adolf Tripold (Vorstände Wiesenthal & Co AG), Peter Zöhlin (Geschäftsführer VERBUND Finanzierungsservice GmbH), Heimo Hackel (CEO card complete Service Bank AG), Herbert Maderbacher (CEO Six Card Solutions Austria CmbH), Patrick F. Prügger (Geschäftsführer B&C Holding GmbH), Manfred Filaus (Head of Relationship Management, BAWAG P.S.K.), Ina Kogler (Senior Compliane Officer Raiffeisen Bank International AG), Celia Konrad (Leiterin Rechtsabteilung RHI AG), Gerhard Lipowec (Leiter Rechtsabteilung Schenker&Co AG), Christian Mende (Chief Compliance Officer EVN AG), Pia Scheck-Kollmann (Compliance Beauftragte ORF), Christian Schuppich (Rechtsabteilung MAGNA International Europe AG), Stefan Urmann (Leiter Unternehmensrecht ÖBB-Infrastruktur AG) und Wolfgang Rosam (Change Communications).

Binder Grösswang hat sich im Bereich Compliance als eine der führenden Kanzleien in Österreich etabliert und berät eine Vielzahl von Mandanten in diesem Bereich. BINDER GRÖSSWANG Partner Johannes Barbist ist gemeinsam mit Michael Ahammer (KPMG) Herausgeber des 2009 erschienenen ersten Praxishandbuchs Compliance in der Unternehmenspraxis (LexisNexis ARD ORAC).

Die Veranstaltungsreihe BINDER GRÖSSWANG impulse wurde im Frühjahr 2009 von der Wirtschaftskanzlei BINDER GRÖSSWANG ins Leben gerufen. Sie widmet sich aktuellen Themen und herausragenden Persönlichkeiten und findet ca. 2 Mal jährlich in exklusivem Rahmen in den Wiener Kanzleiräumlichkeiten statt.

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